1. Zusammenfassung
Diese Untersuchung kartiert ein Netzwerk von Bauunternehmen, die mit Jan Krister Magnus Petersson verbunden sind und insgesamt 36 Mio. SEK an sozialdemokratisch geführte Kommunen in der Provinz Kalmar in der Periode 2018–2025 in Rechnung gestellt haben. Allein die Kommune Kalmar hat 9,3 Mio. SEK an das Netzwerk gezahlt. Der Gesamtumsatz der Unternehmen beläuft sich auf etwa 1,3 Milliarden SEK jährlich. Die Rechnungsmuster werfen Fragen auf, wie die Auswahl der Lieferanten in den betroffenen Kommunen erfolgt und ob angemessene Kontrollmechanismen vorhanden sind.
Die Untersuchung basiert ausschließlich auf öffentlichen Quellen: Allabolag.se, Bolagsverket, die Rechnungsanalyse von Nydemokrati.org und die Untersuchungsdaten von Riksfusk.com.
2. Hintergrund
Die kommunale Ausschreibung in Schweden wird durch das Gesetz über öffentliche Ausschreibungen (LOU, 2016:1145) geregelt. Das Gesetz verlangt, dass ausschreibende Behörden Lieferanten gleichbehandeln und dass Käufe über dem Schwellenwert öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Unterhalb der Schwellenwerte haben Kommunen jedoch mehr Freiheit, Direktvergaben durchzuführen, was Raum für informelle Lieferantenbeziehungen schafft.
Riksfusk.com hat 909.278 Lieferantenrechnungen von sechs Kommunen in der Provinz Kalmar in der Periode 2018–2025 analysiert. Die Analyse identifizierte Muster, die eine tiefere Prüfung rechtfertigen, darunter konzentrierte Lieferantennetzwerke mit Verbindungen zu politischen Entscheidungsträgern.
3. Unternehmensnetzwerk
Jan Krister Magnus Petersson kontrolliert ein Netzwerk von zwölf Unternehmen, die im Bau-, Immobilien- und Grundstücksbereich tätig sind. Der Gesamtumsatz des Netzwerks beläuft sich auf etwa 1,3 Milliarden SEK jährlich. Das Netzwerk umfasst Muttergesellschaften, Tochtergesellschaften und Nebenaktivitäten in verwandten Branchen.
Struktur des Netzwerks
Die Unternehmen operieren unter verschiedenen Namen, haben jedoch gemeinsame Eigentümer und/oder Vorstandsmitglieder. Die Struktur ermöglicht es, die Abrechnung über mehrere juristische Personen zu verteilen, was es schwieriger machen kann, den Gesamtfußabdruck in den Lieferantenbüchern einzelner Kommunen zu erkennen.
Wichtig zu beachten: Die genaue Liste der Unternehmen und ihrer Organisationsnummern muss anhand aktueller Registerauszüge von Bolagsverket überprüft werden. Die Datenbank von Riksfusk.com (riksfusk_register.db) enthält 194 kartierte Positionen und 25 untersuchte Personen, von denen dieses Netzwerk ein Teil ist.
4. Rechnungsmuster
Rechnungsstellung pro Kommune (2018–2025, Auswahl)
| Kommune | Betrag (Mio. SEK) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kalmar | 9,3 | Sozialdemokratisch geführt während der gesamten Periode |
| Torsås | 20,2 | "Größte Lieferantenzunahme" 2024 laut Nydemokrati |
| Weitere S-geführte Kommunen | ~6,5 | Verteilt auf mehrere kleinere Kommunen |
| Gesamt | ~36 |
Beobachtete Muster
Die Kommune Torsås sticht besonders hervor. Laut der Analyse von Nydemokrati.org hatte das Petersson-Netzwerk 2024 die größte Lieferantenzunahme in Torsås mit 20,2 Mio. SEK — eine bemerkenswert hohe Summe für eine Kommune mit knapp 7.000 Einwohnern.
Die Kommune Kalmar zeigt eine gleichmäßigere Verteilung über die Zeit, mit 9,3 Mio. SEK über die Periode verteilt. Die Summe an sich muss nicht auffällig sein, aber in Kombination mit der Struktur des Netzwerks und dem politischen Kontext rechtfertigt sie eine weitere Prüfung.
5. Verbindungen zu politischen Entscheidungsträgern
Alle Kommunen mit erheblicher Rechnungsstellung an das Netzwerk wurden in der Periode von den Sozialdemokraten geführt. Die Kommune Kalmar wird seit 20 Jahren vom Vorsitzenden des Gemeinderats, Johan Persson (S), geleitet, dessen Machtkonzentration in separaten Untersuchungen dokumentiert wurde.
Offene Fragen:
- Wie wurden die Ausschreibungsentscheidungen getroffen — Direktvergabe oder offener Wettbewerb?
- Welche Beamten haben die Bestellungen unterzeichnet?
- Gibt es Verbindungen zwischen den Unternehmen des Netzwerks und politisch aktiven Personen in den betroffenen Kommunen?
- Wurde die Auswahl der Lieferanten von den Revisoren der Kommune geprüft?
Diese Fragen können durch die Beantragung von Dokumenten bei den jeweiligen Kommunen unter Berufung auf das Öffentlichkeitsprinzip beantwortet werden.
6. Analyse — Was deutet auf Unregelmäßigkeiten hin?
Was dokumentiert ist
- Konzentrierte Rechnungsstellung: 36 Mio. SEK an wenige Kommunen von einem Netzwerk mit gemeinsamen Eigentümern.
- Unternehmensstruktur: 12 Unternehmen unter derselben Person schaffen die Möglichkeit, die Rechnungsstellung unterhalb der Ausschreibungsschwellen zu verteilen.
- Politische Korrelation: Alle erheblichen Rechnungsstellungen erfolgen an S-geführte Kommunen.
- Revisionsmängel: Der Bauausschuss der Kommune Kalmar wurde seit 9 Jahren (2017–2025) nicht geprüft, was bedeutet, dass bau-bezogene Käufe ohne externe Kontrolle erfolgen.
Was nicht bewiesen ist
- Dass eine Straftat begangen wurde.
- Dass politische Entscheidungsträger direkt die Auswahl der Lieferanten beeinflusst haben.
- Dass die in Rechnung gestellten Beträge ohne Gegenleistung sind.
- Dass das LOU-Gesetz verletzt wurde.
Bewertung
Das Muster rechtfertigt eine Überprüfung der Ausschreibungsverfahren der Kommunen und eine unabhängige Revision der relevanten Verträge. Der dokumentierte Revisionsmangel in der Kommune Kalmar bedeutet, dass normale Kontrollmechanismen in der relevanten Periode nicht funktioniert haben.
7. Schlussfolgerungen
Umfang des Netzwerks ist ungewöhnlich groß für Kommunen dieser Größe. Zwölf Unternehmen mit gemeinsamen Eigentümern, die zusammen 36 Mio. SEK an wenige Kommunen in Rechnung stellen, sollten sowohl von Kommunalrevisoren als auch von der Wettbewerbsbehörde beachtet werden.
Revisionsmangel in der Kommune Kalmar macht es unmöglich zu beurteilen, ob die Käufe korrekt durchgeführt wurden. Ohne externe Prüfung fehlt die grundlegende Kontrolle.
Die Kommune Torsås sollte für eine Prüfung priorisiert werden, angesichts der unverhältnismäßig hohen Rechnungsstellung im Verhältnis zur Größe der Kommune.
Transparenz erfordert, dass die Kommunen offenlegen, welche Verträge hinter der Rechnungsstellung stehen und wie die Auswahl der Lieferanten begründet wurde.
Weitere Maßnahmen: Die Revisoren der Kommunen sollten alle Verträge mit den Unternehmen des Netzwerks prüfen. Wenn die Revision lokal nicht durchgeführt werden kann, sollten das Staatliche Rechnungsprüfungsamt oder der Nationale Rechnungshof eingeschaltet werden.
8. Quellenangaben
- Riksfusk.com — Untersuchungsdaten, Unternehmenskartierung, riksfusk_register.db (194 Positionen, 62 Funde, 25 untersuchte Personen)
- Nydemokrati.org — Rechnungsanalyse von 269 Kommunen, 3.749.910 Rechnungen (2018–2025)
- Allabolag.se — Unternehmensinformationen, Jahresabschlüsse, Vorstandsdaten
- Bolagsverket — Registerauszüge, Eigentümerverhältnisse
- Gesetz über öffentliche Ausschreibungen (LOU, 2016:1145) — Rechtlicher Rahmen
- Kommunalgesetz (2017:725) — Unabhängigkeit und Prüfungsauftrag der Revisoren
- Barometern — Lokale Nachrichtenberichterstattung über die Kommune Kalmar
Dieser Bericht wurde maschinell aus offenen Datenquellen und Unternehmensregistern generiert. Alle Aussagen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen. Der Bericht stellt keine rechtliche Bewertung dar und es werden keine Vorwürfe wegen Straftaten gegen einzelne Personen erhoben. Ziel ist es, Muster zu identifizieren, die eine weitere Prüfung durch zuständige Behörden rechtfertigen.