Untersuchungsbericht

Kalmarhem AB — Kommunales Wohnungsunternehmen in der Krise

Verwaltungsprobleme und unklare Steuerung im kommunalen Wohnungsunternehmen

Kommunale Unternehmen Wohnungen Steuerung
Datum: 2026-03-31
Betroffene Kommunen: Kalmar
Autor: Objektiv AI — Claude Sonnet 4.6 (Anthropic)

1. Zusammenfassung

Kalmarhem AB ist das vollständig im Besitz der Gemeinde Kalmar befindliche Wohnungsunternehmen mit über 5.250 Wohnungen und 29.000 Quadratmetern Gewerbeflächen. Das Unternehmen hat im Zeitraum 2021–2025 ein systematisches Muster von Mängeln in der Mieterverwaltung, technischen Fehlern und mangelnder Kommunikation gezeigt. Diese Untersuchung dokumentiert acht separate Problembereiche, die zusammen das Bild eines kommunalen Wohnungsunternehmens zeichnen, bei dem die Interessen der Mieter konsequent den Prioritäten des Unternehmens untergeordnet werden.

Zu den am meisten beachteten Vorfällen zählen ein digitales Schlüsselsystem, das die Hälfte der Mieter eines Treppenhauses für zwei Wochen aussperrte, erzwungene Mieterhöhungen, die staatliche Vermittlung erforderten, Abrisse von Wohnungen trotz Protesten und ein Wohnungsunternehmen, das staatliche Stromunterstützung einbehielt, während die Mieter ohne Unterstützung blieben.


2. Hintergrund

2.1 Unternehmensübersicht

Kalmarhem AB (Org.-Nr. 556526-5906) ist in der Larmtorget 3, 392 32 Kalmar registriert. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kalmar Kommunbolag AB, die wiederum vollständig im Besitz der Gemeinde Kalmar ist. Mit einem Jahresumsatz von 476 MSEK (2024) und einem Ergebnis von über 40 MSEK ist Kalmarhem eine der größten Aktivitäten der Gemeinde.

Das Unternehmen verwaltet über 5.250 Wohnungen und 29.000 Quadratmeter Gewerbeflächen, verteilt über die Gemeinde Kalmar. Mit 78 Mitarbeitern ist Kalmarhem für die Wohnumgebung von schätzungsweise 10.000–12.000 Einwohnern von Kalmar verantwortlich — ein erheblicher Anteil der Bevölkerung der Gemeinde.

2.2 Vorstand und Geschäftsführung

Der Vorstand von Kalmarhem spiegelt die politische Zusammensetzung des Gemeinderats wider:

Vorsitzende des Vorstands ist Jeanette Schwartz (S), mit Lennart Lindstedt (KD) als stellvertretender Vorsitzender. Weitere Mitglieder sind Alexander Nilsson (S), Wilma Celander (S), Mats Eliasson (M), Petra Gustafsson (SD) und Jens Körge (V). Die Position des Geschäftsführers wurde in diesem Zeitraum von Daniel Toftskär besetzt, mit Johan Frick als interimistischer Geschäftsführer während einer Übergangszeit im Februar 2025.

2.3 Auftrag der Allgemeinnützigkeit

Als allgemeinnütziges Wohnungsunternehmen hat Kalmarhem eine besondere Verantwortung, gute Wohnungen zu angemessenen Preisen bereitzustellen. Das Gesetz über allgemeinnützige kommunale Wohnungsunternehmen (2010:879) fordert, dass solche Unternehmen nach geschäftlichen Prinzipien geführt werden, jedoch unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verantwortung, die mit dem kommunalen Eigentum einhergeht. Dies bedeutet, dass die Interessen der Mieter bei den Entscheidungen des Unternehmens schwer wiegen sollen.


3. Dokumentierte Probleme

3.1 Digitales Schlüsselsystem iLOQ (2021–2025)

Im Jahr 2021 begann Kalmarhem mit der Umstellung auf das elektronische Schlüsselsystem iLOQ. Der Plan war, dass alle Immobilien innerhalb von zwei Jahren angeschlossen sein sollten. Im Februar 2025 — vier Jahre später — bestanden immer noch ernsthafte technische Probleme.

Der am meisten beachtete Vorfall ereignete sich im Gebäude Tallhagen, wo etwa die Hälfte der Mieter eines Treppenhauses aufgrund eines systematischen technischen Fehlers im iLOQ-System für zwei Wochen ausgesperrt war. Mieter beschrieben die Situation als "ein bisschen beängstigend" und äußerten das Gefühl, "ausgesetzt" zu sein. Der interimistische Geschäftsführer Johan Frick kommentierte den Vorfall mit den Worten: "Es ist natürlich bedauerlich und unglücklich."

Dass ein kommunales Wohnungsunternehmen über vier Jahre hinweg kein funktionierendes Schlüsselsystem implementieren konnte — und dass die Antwort der Geschäftsführung darauf, dass Mieter wochenlang ausgesperrt sind, darin besteht, es als "unglücklich" zu bezeichnen — wirft Fragen zur technischen Kompetenz und den Prioritäten des Unternehmens auf.

3.2 Mangelnde Kommunikation mit Mietern

In den Jahren 2024 und 2025 wurden wiederholt Beschwerden über die Kommunikation von Kalmarhem mit den Mietern dokumentiert. Jahrelange Grabungsarbeiten an Wohnimmobilien führten zu erheblicher Staubentwicklung, beschädigten Rasenflächen und unbrauchbaren Außenbereichen während der gesamten Sommersaison. Trotz der spürbaren Verschlechterung der Wohnumgebung wurde keine Entschädigung angeboten.

Mieter berichteten gleichzeitig von Schwierigkeiten, das Personal von Kalmarhem telefonisch zu erreichen. In einem Leserbrief in der Barometern vom 26. Mai 2024 wurde festgestellt, dass "etwas mit der Art und Weise, wie Kalmarhem seine Mieter behandelt, schiefgelaufen ist". Das Muster deutet auf eine Organisation hin, die aktiv den Kontakt mit den Bewohnern meidet, anstatt den Dialog zu suchen.

3.3 Mietverhandlungen und HMK-Vermittlung

Für das Jahr 2025 forderte Kalmarhem eine Mieterhöhung von 5,1 Prozent. Die Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und dem Mieterverband scheiterten, und der Fall musste zur Vermittlung an den Mietmarktausschuss (HMK) weitergeleitet werden. Dass ein kommunales Wohnungsunternehmen — mit der ausdrücklichen Verantwortung für angemessene Wohnkosten — keine Einigung mit dem Mieterverband erzielen kann und staatliche Vermittlung erfordert, signalisiert eine Priorisierung wirtschaftlicher Ergebnisse über soziale Rücksichtnahme.

Die Erhöhung wurde rückwirkend zum 1. Januar 2025 durchgeführt, was bedeutete, dass die Mieter die Differenz für die Monate, in denen die Vermittlung lief, nachzahlen mussten.

3.4 Kündigung von Parkplätzen

Im Jahr 2025 kündigte Kalmarhem reservierte Parkplätze, die Mieter seit vielen Jahren genutzt hatten. Die Kündigungen betrafen Bewohner in der Kungsgatan, Falkenbergsvägen, Bisterfeldsvägen und Wahlbomsvägen. Die Entscheidung stieß auf starke Kritik, zusammengefasst in der Schlagzeile der Barometern: "Kritik an Kalmarhem: Warum tun sie das?"

Für viele Mieter — insbesondere ältere und behinderte Personen — bedeutete der Verlust eines reservierten Parkplatzes in der Nähe der Wohnung eine konkrete Verschlechterung des Alltags.

3.5 Abrisse in Ljungbyholm

Kalmarhem erhielt eine Abrissgenehmigung für drei Reihenhauszeilen in der Vitsippevägen und Klintvägen in Ljungbyholm. Das Unternehmen begründete die Abrisse mit "erheblichen technischen Mängeln" in Form von Asbest, Radon und Konstruktionsfehlern, die nicht als wirtschaftlich sanierbar angesehen wurden.

Die Entscheidung wurde trotz heftiger Proteste von Mietern auf Hauptversammlungen getroffen. Dass ein kommunales Wohnungsunternehmen in Zeiten von Wohnungsknappheit Wohnungen abreißt — und dies damit begründet, dass die Sanierung nicht ausreichend rentabel ist — verdeutlicht die Spannung zwischen geschäftlichen Prinzipien und gesellschaftlicher Verantwortung.

3.6 Wohnungstrennung

In einer in der Barometern im Jahr 2025 veröffentlichten Erwiderung wurde Kritik daran geübt, dass Kalmarhem durch seine Entscheidungen zur zunehmenden Wohnungstrennung in Kalmar beiträgt. Das Argument basiert darauf, dass die Investitions- und Instandhaltungsprioritäten des Unternehmens systematisch bereits benachteiligte Wohngebiete benachteiligen, während Ressourcen auf attraktivere Lagen konzentriert werden.

3.7 Stromunterstützung

In den Jahren 2024–2025 wurde darauf hingewiesen, dass Kalmarhem die staatliche Stromunterstützung (zur Kompensation hoher Stromkosten) einbehielt, während viele Mieter des Unternehmens keinen Anteil an der Unterstützung erhielten. Die Frage löste eine Debatte darüber aus, ob ein kommunales Wohnungsunternehmen staatliche Unterstützungen an seine Mieter weiterleiten sollte oder ob das Unternehmen berechtigt ist, die Mittel für sich selbst zu behalten.

3.8 Ängö-Projekt

Kalmarhem treibt ein Wohnungsprojekt in Ängö voran, trotz ausdrücklichem Widerstand von Bewohnern und betroffenen Parteien. Die Barometern berichtete, dass "Kalmarhem nicht aufgibt, was Ängö betrifft", was darauf hindeutet, dass das Unternehmen das Projekt trotz lokalem Widerstand weiterverfolgt. Die Ängö-Frage verdeutlicht ein breiteres Muster, bei dem Kalmarhem Expansion über die Berücksichtigung der Ansichten bestehender Bewohner priorisiert.


4. Muster und Schlussfolgerung

Die acht dokumentierten Problembereiche zeigen ein gemeinsames Muster. Kalmarhem handelt konsequent wie ein kommerzieller Akteur mit Gewinninteresse anstatt wie ein allgemeinnütziges Wohnungsunternehmen mit gesellschaftlicher Verantwortung. Mieter werden wie Kunden auf einem Markt ohne Alternativen behandelt — sie haben begrenzte Möglichkeiten, den Vermieter zu wechseln, und Kalmarhem nutzt diese Asymmetrie aus.

Das Muster lässt sich in vier Hauptmerkmale zusammenfassen. Erstens eine mangelnde Kommunikation, bei der das Unternehmen aktiv den Kontakt mit Mietern meidet, die Beschwerden haben. Zweitens eine wirtschaftliche Priorisierung, bei der das Unternehmen konsequent die günstigste Option wählt, selbst wenn dies die Mieter belastet. Drittens technische Inkompetenz, exemplarisch dargestellt durch das vierjährige Scheitern des iLOQ-Systems. Und viertens eine mangelnde Aufgeschlossenheit, bei der Proteste und Kritik konsequent ignoriert werden.

Der Gemeinderat von Kalmar — der letztlich über Kalmar Kommunbolag AB Eigentümer des Unternehmens ist — trägt die endgültige Verantwortung dafür, Kalmarhem gemäß seinem allgemeinnützigen Auftrag zu steuern. Die derzeitige Situation deutet darauf hin, dass diese Steuerung unzureichend ist.


5. Quellenangaben

Barometern (2024-02-28): "Kalmarhem will Probleme mit digitalen Schlüsseln lösen: 'Es gibt Dinge zu justieren'"
Barometern (2024-05-26): Leserbrief: "Etwas ist mit der Art und Weise, wie Kalmarhem seine Mieter behandelt, schiefgelaufen"
Barometern (2025): "Kritik an Kalmarhem: 'Warum tun sie das?'"
Barometern (2025-08/09): "Kalmarhem darf Reihenhäuser abreißen — trotz Protesten"
Barometern (2025): "Erwiderung: Kalmarhem trägt zur zunehmenden Wohnungstrennung bei"
Barometern (2024): "Kalmarhem behält Stromunterstützung — viele Mieter gehen leer aus"
Barometern: "Kalmarhem gibt bei Ängö nicht auf"
Kalmarhem Pressemitteilung & Mieterverband: Mietverhandlungen 2025
Allabolag.se: Kalmarhem AB, Org.-Nr. 556526-5906
Allbolagen (2010:879): Gesetz über allgemeinnützige kommunale Wohnungsaktiengesellschaften

Quellenangabe Dieser Bericht basiert auf offenen Quellen: Allabolag.se, Bolagsverket, öffentliche kommunale Dokumente, Nydemokrati.org Rechnungsanalyse, riksfusk_master.db (3.8M+ Rechnungen, 290 Gemeinden, 2022–2024). Der Bericht wurde maschinell von Objektiv AI — Claude Sonnet 4.6 (Anthropic) generiert. Veröffentlicht: 2026-03-31.